Oli hat mich auf einen interessanten Blog von Jens Kunath aufmerksam gemacht, den ich nun seit einiger Zeit verfolge. Einen Beitrag zum Thema “Die Zukunft der Onlinewerbung” wollte ich eigentlich nur kurz kommentieren, daraus sind dann aber doch ein paar mehr Zeilen entstanden, die ich auch hier veröffentlichen möchte. Für Tripsbytips ist der Weg der Monetarisierung klar: E-Commerce, CpC-Modelle sowie ein bißchen “klassische” Onlinewerbung. Das habe ich heute übrigens auch versucht, dem Finanzbeamten anläßlich der Umsatzsteuersonderprüfung zu erklären, aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt. Nun mein Kommentar im Blog von Jens Kunath:
Guten Abend, Gratulation zu diesem Artikel. Ich beschäftige mich seit zehn Jahren mit der Monetarisierung von Internetinhalten und kann Ihnen im Wesentlichen nur Zustimmen.
Die Liste der existenten Monetarisierungsquellen hat sich in der letzten Dekade nicht wesentlich verändert:
1. Werbeerlöse auf TKP-Basis (meistens grafische Werbung à la Banner, Skyscraper etc.),
2. Werbeerlöse auf CPX-Basis (Cost per Click, Cost per Lead etc., insbesondere Textlinks à la Google AdWords),
3. E-Commerce-Erlöse (Verkauf oder Vermittlung von eigenen oder fremden Produkten oder Dienstleistungen)
4. Aboerlöse (dazu gleich mehr) sowie
5. Content- & Technologiervermarktung im B2B-Umfeld (ebanfalls gleich mehr dazu).
Wie haben sich die einzelnen Bereiche über die Jahre entwickelt?
1. Werbeerlöse haben nach einem Knick um das Jahr 2000 eine sensationelle Entwicklung gemacht. Und das wird aus zwei Gründen auch noch eine Weile so bleiben: a. besteht immer noch ein Defizit zwischen %-Satz der Mediennutzung und %-Satz der entsprechenden Mediaspendings und b. haben langsam auch die großen Markenartikler erkannt, dass die Messbarkeit von Onlinewerbung sowie die zunehmende Möglichkeit, den Brand adäquat zu transportieren, den Platzhirsch TV zumindest gefährlich werden könnte.
2. CPC-Modellen gehört die Zukunft. Nicht umsonst macht Google 10 Mrd. Dollar Umsatz pro Jahr. Das Besondere hieran: es wurden völlig neue Zielgruppen (also Werbetreibende) erschlossen, die bislang den Bereich Online nicht ernst genommen haben. Insbesondere der Mittelstand hat das Medium entdeckt.
3. E-Commerce funktioniert ebenfalls sehr gut, allerdings sehe ich in einigen Branchen eine Verlangsamung des Wachstums, weil die Onlinepenetration mittlerweile bei knapp 70% liegt und zudem manche Produkte eben doch ganz gerne um die Ecke gekauft werden.
4. Aboerlöse spielen aus meiner Sicht keine ernsthafte Rolle. Vor acht Jahren habe ich beim Handelsblatt selbst miterlebt, wie schlecht sich ein Abomodell trotz sehr wertiger Inhalte in den Markt einführen lässt. Bei XING werden Funktionen bezahlt, nicht Inhalte, zudem sind die Umsätze im Vergleich zu Werbeumsätzen vergleichbar gering (dennoch Gratulation an Lars Hinrichs für den Börsengang und den Erfolg!).
5. Content- & Technologiervermarktung im B2B-Umfeld kann für Nischenplayer ein lukratives Geschäft sein. Dies konnte ich mit Gatrixx (B2B-Marke, die Inhalte und Technologie von Finanztreff.de z.B. an ARD.de oder Spiegel.de vermarktet) selbst erleben. Auch eine Tomorrow Focus oder die OnVista AG hat damit gutes Geld verdient.
Fazit:
1. Das Netz wird sich in den kommenden Jahren mehrheitlich durch Werbung finanzieren
2. CPC-Modelle werden ganz vorne dabei sein
3. Im TKP-Bereich wird es zu einer Konvergenz der Medien TV und Online kommen (oder warum hat sonst Google YouTube gekauft? Ein genialer Zug!)
4. Für Sitebetreiber ist es von entscheidender Wichtigkeit, nicht nur auf ein Modell zur Monetarisierung zu setzen. Bei Escapio setzen wir an sich auf E-Commerce, haben aber seit einem halben Jahr auch AdSense integriert. Mit sehr gutem Erfolg.