May 2007

Inhalte einer Community vor der Freischaltung kontrollieren: Zensur oder Notwendigkeit?

31. May 2007 von Uwe

In der Konzeptionsphase wurde die Frage, ob wir Inhalte vor der Freischaltung kontrollieren wollen oder nicht, kontrovers im Team diskutiert. Wir haben uns letztendlich dazu entschlossen, diese Kontrolle einzuführen. Wie richtig die Entscheidung zumindest bei den Bildern war, mussten wir am ersten Tag nach dem Launch feststellen. Die allerersten Bilder, die ein Unbekannter veröffentlichen wollte, waren ziemlich kranke Nacktbilder (weitere Details spare ich Euch). Wir waren erst völlig überrascht, dann desillusioniert. Ich bin nicht begeistert über diese Vorabkontrolle, weil es die Spontantität hemmt. Bei Bildern führt scheinbar kein Weg daran vorbei, bei geschriebenen Inhalten könnte man eventuell mit einer deutlichen Kennzeichnung von noch nicht geprüften aber dennoch bis zur Überprüfung vorläufig frei geschalteten Inhalten einen Kompromiss zwischen Spontanität und Glaubwürdigkeit eingehen. Wie sind Eure Erfahrungen?

Der Morgen nach dem Launch

24. May 2007 von Uwe

Gestern Abend um 19.28 Uhr war es soweit: unser Baby hat das Licht der Welt erblickt. Nach neun Monaten Arbeit waren wir unter Tags sehr nervös und am Abend sehr erleichtert. Die erste Runde Becks gab es noch im Büro, danach haben wir uns in die Morena Bar verzogen und mit dem Großteil des Teams das freudige Ereignis gefeiert.

Wie die Kommentare im Blog zeigen, konnten gestern noch nicht alle auf die Adresse zugreifen. Das ist heute nun sauber, jeder sollte http://www.tripsbytips.de oder http://www.tripsbytips.com (wird auf die .de umgeleitet) aufrufen können.

Wie geht es nun weiter? Bis Ende kommender Woche werden wir uns nur mit Bugfixing, also dem Reparieren von Fehlern, beschäftigen. Ein kleiner Auszug:

  • Die Detailbilder werden im IE nicht angezeigt
  • Es fehlen eine Menge Reistips, die bereits im System sind, aber wegen Zuordnungsfehlern noch nicht angezeigt werden
  • Momentan werden nur Hotels angezeigt, für die auch Hotelbewertungen vorliegen
  • Die Aktivierung des Accounts im Rahmen des Registrierungsprozesses funktioniert noch nicht sauber

Die Liste ist lang, aber noch nicht lang genug. Bitte helft uns, die kleinen Fehler zu entdecken, die im schmutzigen Programmieralltag schnell untergehen. Über jeden weiteren Hinweis von Euch freuen wir uns sehr, schickt alle Rückmeldungen bitte an support at tripsbytips punkt com.

Danach geht es in zwei Phasen an die Weiterentwicklung: in der Phase 1 setzen wir alle Themen um, die bereits teilweise programmiert sind, aber wegen des Zeitdrucks nicht mehr vor dem Launch zu schaffen waren. Auch hier ein kleiner Auszug:

  • Mein Tripsbytips: die eigenen Beiträge und Bilder sind noch nicht komplett sichtbar und editierbar
  • Administrationstool: der Freigabeprozess von neuen Inhalten funktioniert noch nicht
  • Die aktuellen Preise der Hotels müssen integriert werden

Entscheidend ist die Phase 2, in der wir wichtige Funktionen integrieren werden. Der Auszug hiervon:

  • Google Maps
  • Freunde einladen
  • Matching der User aufbauen (Wer war in den selben Destinationen? Wer hat sich ähnliche Dinge angesehen? Wer plant ähnliche Reisen?
  • Reisetagebuch / Reiseblog
  • Voting / Kommentierung
  • Hitparaden (Meistgelesen etc.)
  • “GPS-Spielereien” für Handys und Digitalkameras (ein wirklich sehr spannender Punkt, dazu bei Zeiten mehr)

Wir hoffen, Ende Juli mit den wesentlichen Themen durch zu sein. Parallel dazu fahren wir langsam die Mitgliedergewinnung hoch. Ab kommender Woche unter unseren Freunden, dann durch “Mitgleider laden Mitgleider ein”, ab September auch durch ein paar nette Kooperationen, die wir im Koffer haben.

Unsere Vision ist klar: Tripsbytips.com wird die größte deutschsprachige Community für den Erfahrungsaustausch unter Reisebegeisterten. Wir wollen alles dafür tun, um Euch die richtigen Tools und Inhalte zu geben. Am Ende entscheidet ihr darüber, wie schnell wir unser Ziel erreichen werden. Deswegen:

  1. Testet das System. Schreibt Beiträge und ladet Bilder hoch.
  2. Meldet uns Fehler.
  3. Beschreibt uns, was ihr cool finden würdet.

Getreu dem Motto “Nach dem Launch ist vor dem Launch” machen wir uns also wieder an die Arbeit.

Wir sind online!

23. May 2007 von Uwe

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Geburtsstunde 19:28 Uhr

Kurz vor dem Launch: konzentrierte Spannung und externes Echo

18. May 2007 von Uwe

Noch fünf mal schlafen, dann ist es soweit: im Laufe des 23. Mai gehen wir mit Tripsbytips online. Bis heute Abend um 18 Uhr sollen alle Funktionen und Inhalte auf der Testumgebung stehen. Weil wir das nicht ganz schaffen werden, gibt es die eine oder andere Sonderschicht übers Wochenende, damit am Montag früh die Tests beginnen können. Die Stimmung im Team ist leicht nervös, sehr konzentriert aber trotz des Zeitdrucks ziemlich gut. Fast jede Stunde wird eine neue Funktion in die Testumgebung integriert, es ist ein bisschen wie Weihnachtsbescherung in Raten.

Auch außerhalb unseres kleinen Büros hat man bemerkt, dass wir in den Startlöchern stehen: die Blogosphere hat in den letzten Wochen vermehrt über Tripsbytips berichtet, zum Beispiel easn.de, deutsche-startups.de oder Kapitalismus.de. Jetzt muss am Mittwoch nur noch alles gut gehen.

Erfolg: Projekt 10.000+ erreicht

10. May 2007 von Uwe

Mitte März hatten wir das Projekt 10.000+ ins Leben gerufen. Das Ziel: wir wollten versuchen, von unseren Autoren bis zum Launch mindestens 10.000 Beiträge zu erhalten. Bingo, heute kam von Inga die wirklich großartige Meldung, dass wir unser Ziel erreicht haben. Und wir sind noch nicht am Ende: täglich kommen weitere Hotelbewertungen, Reisetips und Restaurantkritiken ins System. Auch an der Bilderfront geht es gut vorwärts, wir sind guter Dinge, mit über 5.000 Bildern zu starten (3.600 sind schon getaggt und geocodoiert in der Datenbank). Ein guter Tag.

Handwerk: wie man aus guten Ideen auch gute Produkte macht

9. May 2007 von Uwe

Ein weiterer Gastbeitrag von mir ist im best-practice-Blog erschienen. Ihr lest den ersten Teil wieder dort. Der zweite folgt an dieser Stelle.

Handwerk: wie man aus guten Ideen auch gute Produkte macht (zweiter Teil)

Fokusgruppen befragen
Bevor es an die Spezifikation geht, macht es Sinn, seine potentielle Zielgruppe zu befragen. Welche vergleichbaren Produkte setzen sie ein? Welchen Nutzen schätzen sie am höchsten ein? Auf was könnten sie am ehesten verzichten? Wie schätzen sie Deine neue Idee konkret ein? Die Fokusgruppen können Freunde von Freunden sein (direkte Freunde sind nicht ehrlich genug) oder über Anzeigen in lokalen Magazinen günstig angeworben sein.

Sauber spezifizieren
Nun muss die Idee sauber spezifiziert werden. Wer darin Übung hat, kann sich an Lasten- und Pflichtenhefte. Wer sich diese Arbeit nicht geben will, spezifiziert in Power Point. Kleine Tools (wie zum Beispiel Capture Express, ein sehr effizientes Screenshottool) helfen, Ideen schnell zu dokumentieren. Spezifikationen dokumentieren die gewünschten Funktionen und erleichtern den Softwareentwicklern die Arbeit.

Zeit- & Budgetplan, Priorisierung
Spätestens jetzt sollte im Detail budgetiert werden. Welches Produktfeature kostet wie viel Geld in der Umsetzung? Welchen Nutzen wird er später beitragen? Welchen Erlös wird er generieren? Zudem muss die Frage beantwortet werden, in welcher Zeit welche Funktion realisiert werden soll. Denkt an die Fokusgruppenanalyse und streicht am Anfang alles nicht wirklich essentiell Notwendige weg. Time to market ist alles, besser werden kann man im Lauf der Zeit immer noch.

Umsetzung
Nun geht es endlich los, ihr startet mit der Umsetzung. Achtet auf eng getaktete Zeitpläne (also Tages- oder Wochenziele festlegen) und deren genaue Kontrolle sowie klare Verantwortlichkeiten im Team. Ab der Umsetzung sollten die Spezifikationen für die wesentlichen Funktionen eingefroren werden. Kleine Änderungen, die wesentliche Verbesserungen bringen, sind OK. Alles andere sollte für die Version 1.1 gesammelt werden und erst nach dem Launch in die Umsetzung kommen.

Usability Lab
Bevor ihr mit Eurer Applikation online geht, solltet ihr ein Usability Lab durchführen. Dabei müssen potentielle User bestimmte Aufgaben erledigen und Kommentieren, wie es ihnen dabei ergeht. Wenn man es perfekt macht, werden sowohl die Userkommentare als auch der Klickweg per Video aufgezeichnet. Ein Usability Lab ist ein hervorragendes Mittel, um Unsauberkeiten im Konzept oder der Anwendung noch vor dem Launch auszubügeln. Wer sich das Geld für professionelle Agenturen sparen will, kann es auch intern machen. Wichtig sind unbeeinflusste Probanden, ein klares Aufgabendesign und eine ehrliche Auswertung der Ergebnisse.

Am Ende nochmals eine kleine Zusammenfassung:
1. Verliert nie den Wettbewerb aus den Augen (Benchmarking)
2. Fragt Eure Zielgruppe, was sie gut findet (Fokusgruppen)
3. Plant die Umsetzung detailliert (Spezifikationen)
4. Habt Eure Kosten im Griff (Budgetplan)
5. Setzt die Wichtigsten Themen zuerst um (Priorsierung)
6. Definiert Tages- und Wochenziele (Projektmanagement)
7. Schiebt während der Umsetzung keine neuen Themen zwischen (Freeze)
8. Prüft Eure Applikation vor dem Livegang mit Testusern (Usability Lab)

Viel Erfolg!

Neu an Bord (und noch eine weitere “good news”): Mario.

8. May 2007 von Uwe

Der Launchtermin rückt immer näher, am 23. Mai werden wir Tripsbytips freischalten. Umso besser, dass wir zwei gute Nachrichten auf einmal bekommen haben. Unser Freelance-Programmierer Marcel, der uns wegen eines Folgeauftrages eigentlich im Mai verlassen wollte, hat das Unmöglich möglich gemacht: er bleibt bis Ende Juni bei uns. Das ist eine großartige News. Noch besser finden wir, dass unsere Suche nach einem weiteren festen Programmierer erfolgreich war. Mit Mario haben wir sowohl einen begeisterten Reiseexperten (er stammt eigentlich aus Österreich, war ein Jahr in Südamerika und möchte nun seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin legen) als auch einen echten PHP-Experten gefunden. Und mit dem Tee kochen in unserer Miniküche klappt das auch schon ganz gut:
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Strategiemeetings: warum einmal pro Jahr eine Auszeit Sinn macht

7. May 2007 von Uwe

In dieser Woche bin ich Gastblogger bei best-practice-business und werde im best-practice-Blog einige Gastartikel zum Thema Strategie und Unternehmensführung veröffentlichen. Meinen ersten Artikel habe ich bereits verfasst. Den ersten Teil lest ihr bei best-practice, der zweite Teil folgt an dieser Stelle.

Strategiemeetings: warum einmal pro Jahr eine Auszeit Sinn macht (zweiter Teil)

Nach einem Mittagessen (das ist spätestens jetzt notwendig) und einem gemeinsamen Spaziergang beginnt ihr den zweiten Teil. Analysiert gemeinsam die SWOT-Analyse und sucht diejenigen Stärken, die Euch ausmachen und die Euch zugleich den größten Wettbewerbsvorteil versprechen. Danach analysiert ihr die Chancen des Marktes und versucht, die beiden Ergebnisse zu kombinieren. Wichtig ist hierbei, nicht auf den aktuellen Status zu sehen sondern auch unkonventionelle Ergebnisse zuzulassen. Am Ende dieses Blocks steht wieder die Priorisierung. Nach einer kleinen Kaffeepause folgt die punktierte Formulierung dessen, was ihr erarbeitet habt. Versucht das, was als mögliche Strategie im Raum schwebt, in einem Satz zu formulieren (ein Mission Statement). Das kann wieder in Gruppenarbeit erfolgen oder gemeinsam in der Gruppe. Gegen Ende des Workshops müsst ihr die nächsten Schritte planen, um den Geist des Workshops wieder zurück in Euer operatives Geschäft zu tragen. Wenn ihr Ziele formulieren konntet, die alle Beteiligten teilen, könnt ihr Umsetzungsaufgaben auf Arbeitsgruppen verteilen. Sollten die Ziele noch nicht klar sein, könnt ihr Zahlen, Analysen, Wettbewerbsbeobachtungen etc. aufbereiten lassen, um die Zielfindung fortzusetzen.

Aus meiner Erfahrung resultieren aus einem Strategieworkshop mehrere Vorteile:
1. Oftmals verstecktes Know How oder nicht geäußerte Ideen des Teams werden offensichtlich.
2. Die Workshopatmosphäre fördert kreative Lösungsansätze
3. Das Team versteht besser, welche Bedeutung Strategie hat.
4. Das Team hat die Möglichkeit, die Strategie zu beeinflussen.
5. Die Beteiligten finden durch die Auszeit ausreichend Zeit und Ruhe, um über das wichtige Thema Strategie nachzudenken.
6. Die Ergebnisse sind eine wertvolle Basis für die anschließende Strategiedefinition durch die Geschäftsführung.
7. Die Ergebnisse helfen im Tagesgeschäft, operative Entscheidungen schneller zu treffen.

Trotz aller Vorteile gibt es aber auch einige „Gefahren“, deren man sich vor der Ausrichtung des Workshops bewusst sein muss. Die wichtigsten sind das Abgleiten in operative Themen, das endlose Diskutieren einzelner Themen, das Verwechseln von Strategieworkshop mit Marketingworkshop, die Übermacht des Managements bei der Meinungsfindung und eine unkonzentrierte Atmosphäre. Ein externer Berater kann als Moderator fungieren und darauf achten, dass der Workshop nicht abgleitet.