Von Freitagabend bis Sonntag fand das zweite Tourismuscamp Eichstätt (Tourismuscamp09) statt. Geschätzte 90 Touristiker waren angereist, um sich über Neuigkeiten im Tourismus auszutauschen. Inhaltliche Schwerpunkte waren Themen rund um das Social Web wie Qualitätssicherung in Reisecommunities, Facebookapplications im Tourismus, Semanticweb oder Twitter im Städtetourismus.
Nach dem Tourismuscamp08 und dem Castlecamp Kaprun war das für mich die dritte Veranstaltung dieser Art. Mir hat das Wochenende großen Spaß gemacht, insbesondere das Networking hat prima funktioniert. Die Organisatorische Vorbereitung war perfekt, von Twitterwall über sehr feines Catering (allen Sponsoren-Kollegen sei Dank) bis zum Livestream haben die Veranstalter von Tourismuszukunft und der Uni Eichstätt an alles gedacht.
Wie bei jeder guten Veranstaltung gab es aber auch in Eichstätt Kleinigkeiten, die man im nächsten Jahr vielleicht verbessern könnte. Der Raum A ließ wegen seiner Größe und der festen Reihenbestuhlung keine rechte Barcampatmosphäre aufkommen. Auch das Konzept des Livestreams und die damit verbundene Notwendigkeit, alle Diskussionssbeiträge über ein Mikrofon sprechen zu müssen, hat Geschwindigkeit und Spontanität aus der Veranstaltung genommen. Das aus meiner Sicht wichtigste Verbesserungspotential betrifft die Einladung der Gäste. Online ist alles getan worden, was man tun kann, die bekannten engagierten Vorkämpfer der Branche waren da (aber auch nicht alle, zum Beispiel Peter Eich, Markus Schwankl oder Martin Schobert habe ich vermisst). Nach drei Tourismusbarcamps innerhalb von 12 Monaten könnte allerdings noch mehr frisches Know How in Form von frischen Köpfen gut tun, welches da draußen zweifelsfrei vorhanden ist, aber nicht in ausreichendem Maße und mit Engagement vor Ort war. Ich denke, dass man durch gezielte Anwerbung von Innovatoren Vielfalt und Qualität der Sessions nochmals verbessern könnte. Der Ansatz mag nicht ungefährlich sein, könnte es doch dazu führen, von der Barcampidee mehr in Richtung Konferenz zu gehen. Das lässt sich denke ich aber trotzdem steuern, zum Beispiel in Form von zwei Keynotespeakern. Zum Zweiten müssen mehr Leistungsträger und Destinationen die Chance nutzen, sich über ein Barcamp fortzubilden. Eventuell muss man Verbände wie die DZT oder den DEHOGA einbinden, hier könnte Offlinemarketing helfen. Insgesamt muss das Tourismuscamp aus meiner Sicht den Kreis der Teilnehmer zukünftig verstärkt auch außerhal des Social Web rekrutieren. Mich würde die Meinung der anderen Teilnehmer dazu interessieren, wie seht ihr das?
Mein Fazit: trotz des dargestellten Verbesserungspotentials eine tolle Veranstaltung, ich bin 2010 wieder dabei!