Handwerk: wie man aus guten Ideen auch gute Produkte macht
9. Mai 2007 von Uwe
Ein weiterer Gastbeitrag von mir ist im best-practice-Blog erschienen. Ihr lest den ersten Teil wieder dort. Der zweite folgt an dieser Stelle.
Handwerk: wie man aus guten Ideen auch gute Produkte macht (zweiter Teil)
Fokusgruppen befragen
Bevor es an die Spezifikation geht, macht es Sinn, seine potentielle Zielgruppe zu befragen. Welche vergleichbaren Produkte setzen sie ein? Welchen Nutzen schätzen sie am höchsten ein? Auf was könnten sie am ehesten verzichten? Wie schätzen sie Deine neue Idee konkret ein? Die Fokusgruppen können Freunde von Freunden sein (direkte Freunde sind nicht ehrlich genug) oder über Anzeigen in lokalen Magazinen günstig angeworben sein.
Sauber spezifizieren
Nun muss die Idee sauber spezifiziert werden. Wer darin Übung hat, kann sich an Lasten- und Pflichtenhefte. Wer sich diese Arbeit nicht geben will, spezifiziert in Power Point. Kleine Tools (wie zum Beispiel Capture Express, ein sehr effizientes Screenshottool) helfen, Ideen schnell zu dokumentieren. Spezifikationen dokumentieren die gewünschten Funktionen und erleichtern den Softwareentwicklern die Arbeit.
Zeit- & Budgetplan, Priorisierung
Spätestens jetzt sollte im Detail budgetiert werden. Welches Produktfeature kostet wie viel Geld in der Umsetzung? Welchen Nutzen wird er später beitragen? Welchen Erlös wird er generieren? Zudem muss die Frage beantwortet werden, in welcher Zeit welche Funktion realisiert werden soll. Denkt an die Fokusgruppenanalyse und streicht am Anfang alles nicht wirklich essentiell Notwendige weg. Time to market ist alles, besser werden kann man im Lauf der Zeit immer noch.
Umsetzung
Nun geht es endlich los, ihr startet mit der Umsetzung. Achtet auf eng getaktete Zeitpläne (also Tages- oder Wochenziele festlegen) und deren genaue Kontrolle sowie klare Verantwortlichkeiten im Team. Ab der Umsetzung sollten die Spezifikationen für die wesentlichen Funktionen eingefroren werden. Kleine Änderungen, die wesentliche Verbesserungen bringen, sind OK. Alles andere sollte für die Version 1.1 gesammelt werden und erst nach dem Launch in die Umsetzung kommen.
Usability Lab
Bevor ihr mit Eurer Applikation online geht, solltet ihr ein Usability Lab durchführen. Dabei müssen potentielle User bestimmte Aufgaben erledigen und Kommentieren, wie es ihnen dabei ergeht. Wenn man es perfekt macht, werden sowohl die Userkommentare als auch der Klickweg per Video aufgezeichnet. Ein Usability Lab ist ein hervorragendes Mittel, um Unsauberkeiten im Konzept oder der Anwendung noch vor dem Launch auszubügeln. Wer sich das Geld für professionelle Agenturen sparen will, kann es auch intern machen. Wichtig sind unbeeinflusste Probanden, ein klares Aufgabendesign und eine ehrliche Auswertung der Ergebnisse.
Am Ende nochmals eine kleine Zusammenfassung:
1. Verliert nie den Wettbewerb aus den Augen (Benchmarking)
2. Fragt Eure Zielgruppe, was sie gut findet (Fokusgruppen)
3. Plant die Umsetzung detailliert (Spezifikationen)
4. Habt Eure Kosten im Griff (Budgetplan)
5. Setzt die Wichtigsten Themen zuerst um (Priorsierung)
6. Definiert Tages- und Wochenziele (Projektmanagement)
7. Schiebt während der Umsetzung keine neuen Themen zwischen (Freeze)
8. Prüft Eure Applikation vor dem Livegang mit Testusern (Usability Lab)
Viel Erfolg!
Am 3. Juli 2007 um 11:27 Uhr
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